Einkaufskörbe

z.B. Bolgatanga-Körbe aus Ghana

Abb10.1aus Steppengras mit lederverstärktem Henkel
Durchmesser 21-40 cm
Herkunftsland: Ghana
Produzent: FPS
Importeur: gepa

 

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Fair Trade Producers Society (FPS)
In der Gegend um Bolgatanga, im Norden Ghanas, hat die Kunst des Strohflechtens eine lange Tradition. Seit Jahrhunderten stellt das Frafra-Volk Behältnisse aus getrocknetem Savannengras her: zur Aufbewahrung von Schmuck und Zeremoniengegenständen, aber auch für Tabak, Gewürze und Lebensmittel. Mit der Zeit entwickelten sich neue Formen, Größen und Färbetechniken – der Bolgatangakorb entstand.

Heute gibt es um Bolgatanga etwa 2000 KorbflechterInnen. Doch außer auf den lokalen Märkten gibt es kaum Absatzmöglichkeiten. So verkaufen sie die Körbe an Zwischenhändler, die sie ins Nachbarland Burkina Faso schmuggeln, wo sie als „Burkina-Körbe“ verkauft werden.

Um das Schmuggelgeschäft zu unterbinden und über kontinuierlichen Absatz die Einkommenslage der Region zu verbessern, gründete Ende der 80er Jahre ein ghanaisches Ehepaar FPS. 500 KorbflechterInnen, v.a. Frauen, vermarkten heute ihre Körbe über diese Exporteinrichtung; daneben werden etwa 20 weitere Workshops unterstützt. Die Produktpalette umfasst inzwischen auch Musikinstrumente, Tonwaren, Skulpturen und andere Schnitzarbeiten, Leder- und Webwaren, Erdnüsse, Zitronengrastee und Palmwein sowie andere traditionell ghanaische Produkte.

FPS, das seinen Sitz in Accra hat, arbeitet nach dem Prinzip des fairen Handels. Neben Vorfinanzierung, technischer und organisatorischer Hilfestellung leistet das Unternehmen Projektarbeit. 3% des Gesamtumsatzes fließen in einen Fonds für Wiederaufforstung, darüberhinaus steht den Handwerkern ein Kreditfonds zur Verfügung. Auch werden die ProduzentInnen stets zu stärkerer Beteiligung und zur Bildung von Kooperativen ermutigt – ein schwieriges Unterfangen, da die meisten lieber „nach Auftrag“ arbeiten und Kooperativen im aufstrebenden Ghana als überholt und nicht integer gelten.

Der Bolgatanga-Korb
Grundmaterial der Körbe ist ein spezielles Savannengras. Das Stroh wird zunächst einige Zeit in Wasser eingeweicht, um die harte Hülle geschmeidig zu machen. Dann wird es getrocknet und gegebenenfalls eingefärbt; hierzu werden die Bündel in einer Farblösung gekocht. Zum Flechten wird das geteilte Stroh mit Wasser befeuchtet und auf dem Oberschenkel über ein Stück Gummi gerollt. Dieser Gummilappen schützt die Haut vor Aufweichung und Schnitten, die bei dieser Prozedur sonst üblich sind.

Es gibt zwei Flechtarten, das Einfach- und das Doppelweben. Beim Doppelweben werden jeweils zwei Halme dünneren Strohs zusammengenommen; hier ist die Verarbeitung leichter und der Korb am Ende glatter und in sich elastischer als beim Einfachweben, wo einzelne dickere und damit auch starrere Halme verwendet werden. Begonnen wird stets mit dem Boden, dann folgt die Korbwand und schließlich die Endverarbeitung, bei der überstehende Enden mit einer Rasierklinge sauber abgeschnitten werden. Etwa zwei Tage benötigt eine Flechterin für einen Korb, wobei die Frauen sich beim Anbringen der Henkel gegenseitig helfen.