Rückblick: Film- und Diskussionsabend “System Error” – 31.03.2019

Kapitalismus heißt das System, und dass es einen „Fehler“ hat, ist unübersehbar: Umweltzerstörung, Klimakatastrophe oder die wachsende Kluft zwischen Überlebenskampf in Armut für immer mehr und Dekadenz in Überfluss für einige wenige. Der Fehler sei das irrige Streben nach ständigem Wachstum, so der Film – eine Ideologie, eine Religion oder ein Virus. Der Film von Florian Opitz ist Mitte 2018 in die Kinos gekommen und füllte den Prototyp Ende Januar 2019 bis in den letzten Winkel. Der Weltladen organisierte den erweiterten  Kinoabend zusammen mit dem Filmfestival Globale.

Die Bilder des Films waren den Anwesenden prinzipiell bekannt, aber nicht weniger eindrucksvoll. Fast grotesk verstärkt wurden die offensichtlichen Bildaussagen durch eine für ein Kinoerlebnis ungewohnte Stimme, die die Bilder nüchtern beschrieb. Gezeigt wurde im Prototyp die Version für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen. Doch sorgte die offensichtliche Doppelung zu Beginn noch für Gelächter, so blieben die Lacher mit der Zeit doch im Halse stecken. Es muss sich etwas ändern. Schaffen wir es mit Innovation, ohne das Wachstum weiter zu fördern oder braucht es die eine noch größere Katastrophe?

Diskussionsgast Dirk Posse, Berater für Umweltökonomie, setzte zuversichtlich auf den Änderungsprozess „change by design“. Man setze eine Bewegung in der Gesellschaft in Gang, die schließlich zur Änderung führe. Die letzten Katastrophen, die gravierende Veränderungen geschaffen haben, waren die Weltkriege: „change by desaster“, keine wünschenswerte Alternative. Das Publikum war auch nach dem Filmgespräch wenn nicht genauso optimistisch, so doch bestärkt in der notwendigen Fehlerkorrektur. (mtz)

Grafik: imdb.com