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Die ganze Welt im Sucher – 25.6.2020 – jetzt ONLINE!

Einzoomen und Ausblenden – Der fotografische Blick auf Reisen

ACHTUNG: Aus gegebenem Anlass findet die Veranstaltung online statt. Nach Anmeldung erhalten Sie Information per E-Mail über den Zugang zum zum Vortrag.

Vortrag im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe “FairReisen” von Rosaly Magg im Prototyp (Georg-Philipp-Gail-Straße 5) um 19:30 Uhr
Foto: Die Eroberer (Magg)

Auf vieles kann man während einer Reise verzichten, nur selten auf den Fotoapparat. So gehört die Reisefotografie zu den beliebtesten Genres. Manche Kritiker vertreten die Position, dass dabei vor allem ästhetische Klischees (re)produziert werden, wie man sie etwa aus der Touristikwerbung kennt. Andere behaupten, dass der Fotoapparat davor schützt, sich auf das Fremde wirklich einzulassen. In jedem Fall geht es bei der Reisefotografie darum, Erinnerungen festzuhalten, Stimmungen einzufangen, Menschen und „schöne Orte“ zu dokumentieren – und zu zeigen, dass man „da gewesen“ ist: Vielfältige Motive lassen uns auf Reisen zur Kamera greifen, und manchmal geraten wir in peinliche Situationen, stoßen auf Fotografierverbote und -tabus, müssen uns mit rechtlichen wie mit moralischen Fragen auseinandersetzen, ob man ein Foto machen darf oder nicht. Warum fotografieren wir auf Reisen? Wie nehmen wir die oder das Fremde wahr? Welche Fallstricke birgt das touristische Fotografieren? Und wie groß ist das Un-Behagen in den Kulturen, wenn die Fremde(n) zum „Objekt“ werden?

Zur Person:
Rosaly Magg ist Germanistin und Ethnologin und arbeitet seit 2002 im informationszentrum 3. welt – iz3w – in Freiburg. Außerdem gibt sie regelmäßig Seminare am Institut für Völkerkunde an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Gender, Migration, Tourismus und Fotografie

https://www.iz3w.org/fernweh/deutsch/index.htm

Entsprechend den öffentlichen Regelungen hat der Prototyp ein Hygienekonzept entwickelt, dem wir uns selbstverständlich anschließen.

Rückblick: Film- und Diskussionsabend “System Error” – 31.03.2019

Kapitalismus heißt das System, und dass es einen „Fehler“ hat, ist unübersehbar: Umweltzerstörung, Klimakatastrophe oder die wachsende Kluft zwischen Überlebenskampf in Armut für immer mehr und Dekadenz in Überfluss für einige wenige. Der Fehler sei das irrige Streben nach ständigem Wachstum, so der Film – eine Ideologie, eine Religion oder ein Virus. Der Film von Florian Opitz ist Mitte 2018 in die Kinos gekommen und füllte den Prototyp Ende Januar 2019 bis in den letzten Winkel. Der Weltladen organisierte den erweiterten  Kinoabend zusammen mit dem Filmfestival Globale.

Die Bilder des Films waren den Anwesenden prinzipiell bekannt, aber nicht weniger eindrucksvoll. Fast grotesk verstärkt wurden die offensichtlichen Bildaussagen durch eine für ein Kinoerlebnis ungewohnte Stimme, die die Bilder nüchtern beschrieb. Gezeigt wurde im Prototyp die Version für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen. Doch sorgte die offensichtliche Doppelung zu Beginn noch für Gelächter, so blieben die Lacher mit der Zeit doch im Halse stecken. Es muss sich etwas ändern. Schaffen wir es mit Innovation, ohne das Wachstum weiter zu fördern oder braucht es die eine noch größere Katastrophe?

Diskussionsgast Dirk Posse, Berater für Umweltökonomie, setzte zuversichtlich auf den Änderungsprozess „change by design“. Man setze eine Bewegung in der Gesellschaft in Gang, die schließlich zur Änderung führe. Die letzten Katastrophen, die gravierende Veränderungen geschaffen haben, waren die Weltkriege: „change by desaster“, keine wünschenswerte Alternative. Das Publikum war auch nach dem Filmgespräch wenn nicht genauso optimistisch, so doch bestärkt in der notwendigen Fehlerkorrektur. (mtz)

Grafik: imdb.com

Vorab-Globale Mittelhessen – Filmprogramm Jan-Feb/19

Wir möchten Euch auf das Programm der Vorab-Globale Mittelhessen, als Vorgeschmack auf die Globale Mittelhessen im November 2019, aufmerksam machen!

In diesem Zuge laden wir Euch herzlich zum Film- und Disskusionsabend “System Error” , am 24.01.2019 um 19:30 Uhr im Prototyp in Gießen, ein!